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Private Krankenversicherung
Mit Einführung der Praxisgebühr versprach uns die Politik, dass die Beiträge für die Gesetzliche Krankenversicherung sinken würden. Nun zahlen wir mittlerweile seit drei Jahren einmal im Quartal diese Gebühr, doch die Beiträge für die Krankenkasse sind nicht gesunken. Im Gegenteil, bei vielen Krankenkassen sind sie sogar noch gestiegen. Durch einen aufgeblähten Verwaltungsapparat und das solidarische Prinzip der Beiträge sind die Gesetzlichen Krankenkassen nicht gerade flexibel. Anders sieht es da bei den Privaten Krankenversicherungen aus. Sie können den Beitragssatz individuell auf die Bedürfnisse des Versicherten anpassen. Je nach Leistungsumfang kann die Private Krankenversicherung den Versicherungsschutz und den Beitragssatz ändern. Mittlerweile haben zwar auch schon einige Gesetzliche Versicherungen so genannte Bonusprogramme, mit denen der Versicherte Geld sparen kann, jedoch sind diese nicht so individuell angepasst, wie es die Private Krankenversicherung tut. In den Genuss einer Privaten Krankenversicherung kommt jedoch nicht jeder. Ist man in einem Angestelltenverhältnis beschäftigt, muss man ein Bruttoeinkommen von etwa 4000 Euro im Monat haben, um über der gesetzlichen Beitragsbemessungsgrenze zu liegen. Somit können nur wenige Angestellte selbst entscheiden, ob sie in der Gesetzlichen Krankenversicherung bleiben oder in die Private Krankenversicherung wechseln. Einen Sonderstatus haben Beamte. Sie sind in einer Privaten Krankenversicherung versichert, können sich diese aber nicht frei auswählen. Neben den gut verdienenden Angestellten sind Selbstständige und Gewerbetreibende die einzige Berufsgruppe, die frei wählen kann. Sie können sich die Private Krankenversicherung selbst auswählen und ihren monatlichen Beitrag so selbst bestimmen. Natürlich gibt es für die Beitragsbemessung bestimmte Faktoren seitens der Versicherung. So wird nach Alter, Geschlecht oder chronischen Erkrankungen sortiert und der Beitrag auch an diesen Faktoren bemessen. So kann es zum Beispiel für ältere Menschen sinnvoll sein, trotz Selbständigkeit in der Gesetzlichen Krankenversicherung zu bleiben. Ebenfalls ausschlaggebend für die Beitragshöhe sind der Leistungsumfang und der jährliche Selbstbehalt. Möchte man zum Beispiel im Falle eines Krankenhausaufenthalts vom Chefarzt behandelt werden oder ein Einzelzimmer bekommen, so erhöht das natürlich den Beitragssatz. Auch im Falle eines Krankengeldes oder eines Krankenhaustagegeldes ist dies der Fall. Die Private Krankenversicherung zahlt je nach Wunsch im Falle einer Krankheit ab einer bestimmten Krankheitsdauer ein Krankengeld. Dies ist vor allem für Selbstständige wichtig, um einen möglichen Verdienstausfall zu kompensieren. Natürlich beeinflusst dies die Beitragshöhe. Auch andere Faktoren wie zum Beispiel die erstattungspflichtigen Leistungen oder der jährliche Selbstbehalt beeinflussen den Beitragssatz. Möchte man das volle Leistungsspektrum zu hundert Prozent von der Versicherung erstattet haben und keinen jährlichen Eigenanteil zahlen, so ist auch die Private Krankenversicherung eine teure Angelegenheit. Da bei den Privaten Krankenversicherungen nicht das solidarische Prinzip gilt, sondern sich der Beitrag aus den persönlichen Wünschen und Umständen ergibt, können sie für gesunde Menschen attraktive Bonusmodelle anbieten. So erstatten einige Versicherungen dem Versicherten einige Monatsbeiträge zurück, sollte er innerhalb eines Jahres keine ärztliche Behandlung in Anspruch genommen haben. Davon ausgenommen sind natürlich Vorsorgeuntersuchungen. Die Rückerstattung von Monatsbeitragen kann sich sogar noch erhöhen, sollte man auch in den folgenden Jahren keine ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen. So kann man unter Umständen eine Menge Geld sparen. Dies macht eine Private Krankenversicherung natürlich wesentlich attraktiver als ihr gesetzliches Pendant. Eine Private Krankenversicherung kann ebenso wie die Private Rentenversicherung die Beiträge sowie die Leistungen individuell an die Bedürfnisse des Kunden anpassen und ist damit natürlich wesentlich attraktiver. Bedenken sollte man aber, dass man bei einer Privaten Krankenversicherung immer in Vorleistung gehen muss. Sollte es sich nicht um eine größere Operation handeln, muss der privat versicherte Patient die Kosten der Behandlung erst einmal selbst bezahlen, bevor er sie von der Versicherung erstattet bekommt. Diese Tatsache kann gerade bei Selbstständigen schnell zum Aus führen. Wer sich für die Private Krankenversicherung interessiert, kann entweder einen Vergleich im Internet durchführen oder zu einem Versicherungsmakler gehen. Beides hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Führt man einen Versicherungsvergleich bei einem Internetanbieter durch, muss man bei den allermeisten erst einmal seine Adresse und seine Telefonnummer angeben. Danach kann erst der Vergleich durchgeführt werden. Sollte man bei diesem Vergleich keine passende Versicherung finden, wird man trotzdem von den Versicherungen mit Anrufen und Post überhäuft. Aus diesem Grund sollte man sich vorher überlegen, ob man dies will. Den Vorteil, den Internetportale bieten können, ist das große Spektrum an Versicherungen. Damit hat er natürlich auch eine wesentlich größere Auswahlmöglichkeit. Geht man zu einem Versicherungsmakler, bekommt man unter Umständen nicht diese große Auswahl. Der Makler hingegen kann durch eine gezielte Beratung und das Stellen der richtigen Fragen möglicherweise eine Private Krankenversicherung finden, die den individuellen Wünschen besser entspricht. Die Auswahl an Privaten Krankenversicherungen ist immens groß. Genauso groß ist das Spektrum der Leistungen und der Beitragssätze. Um sich im Dschungel der Versicherungen nicht zu verlieren, sollte man auf jeden Fall einen Makler beauftragen, egal ob on- oder offline. Damit man nicht unnötig viel Geld ausgibt oder eine Versicherung wählt, die den individuellen Ansprüchen nicht genügt, sollte man auch nicht gleich die erstbeste Private Krankenversicherung wählen. Natürlich besteht generell auch kein Zwang, sich privat zu versichern. Auch Selbstständige oder Angestellte, die über der Beitragsbemessungsgrenze liegen, können natürlich in der Gesetzlichen Krankenversicherung bleiben. Aufgrund der meist höheren Beiträge ist dies jedoch nicht sinnvoll. Hinzu kommt noch ein ganz anderer Punkt: Privat Versicherte werden von Ärzten und Krankenhäusern bevorzugt behandelt. Offiziell möchte dies natürlich niemand zugeben. Doch anonyme Tests haben gezeigt, dass die Mehrzahl der Ärzte die privat Versicherten Patienten bevorzugt behandeln. Da sie nicht in das Budget der Kassenärztlichen Vereinigung eingehen und bei privat Versicherten ein höherer Abrechnungsfaktor zugrunde gelegt werden kann, sind sie für Ärzte aus finanzieller Sicht wesentlich attraktiver. Auch wenn Ärzte einen hypokratischen Eid geleistet haben, ist diese Bevorzugung mittlerweile Alltag geworden. So hat man mit einer Privaten Krankenversicherung nicht nur einen möglichen finanziellen Vorteil. Auch die Angst, bei einer Kündigung seitens der Versicherung nicht mehr in einer gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen zu werden, ist seit diesem Jahr unbegründet. Denn der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Krankenversicherungen eine Versicherungspflicht haben. Die Angst vor einem Fall in die Versicherungslosigkeit ist damit seit diesem Jahr ad acta gelegt worden. Neben mehr Flexibilität und niedrigeren Beiträgen bietet die Private Krankenversicherung also jede Menge Vorteile. Leider kommt noch nicht jeder in den Genuss derselben.
geschrieben von wing am 13.11.2007 - 16:32:15 - letzte Bearbeitung am 13.11.2007 - 16:35:25
Tag: krankenversicherung
 
 
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